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Über mich

Als Psychologin und Psychotherapeutin habe ich mein Leben lang Menschen in Krisen begleitet und ihnen viele Wege vermittelt, sie zu bewältigen. Dabei war mir immer wichtig, vorhandene, blockierte und schlummernde Fähigkeiten in ihnen zu wecken und sie dabei zu unterstützen, diese mutig einzusetzen.

Gelesen und erzählt habe ich immer schon gerne. Heute verarbeite ich meine Erfahrungen aus der psychologischen Praxis in meinen Geschichten. 

Ich beschreibe die seelische Arbeit, die sich mit ihren Windungen und Widersprüchen nicht auf Anhieb erschließt. Im Laufe der Geschichte hellen sich die Ungereimtheiten auf. Meine Geschichten sind Spiegel für den Leser und die Leserin, die ihn unterstützen, sich selbst besser zu verstehen. Sie sind keine psychologischen Ratgeber.

Vita

Geboren 1945 in Köln, absolvierte ich ein Psychologiestudium, das ich mit Diplom und Promotion abschloss. Meine beruflichen Stationen führten mich von der Lehre an Fachschulen und Ausbildung in verschiedenen psychotherapeutischen Verfahren zur Gründung dreier psychologischer Praxen: zunächst in Köln, später im Stuttgarter Raum und schließlich im Markgräflerland. Dort lebte ich mit meinem zweiten inzwischen verstorbenen Mann und erweiterte mein Wirken um Vorträge und eigene verschieden thematisierte Seminarreihen. 

Mein Weg zum Schreiben begann mit Erzählen frei erfundener Geschichten im Kleinkindalter, mit denen ich Kinder und sie vor aggressiven  Jugendlichen schützte. Daraus entwickelte ich eine brennende Neugier auf Lesen und schließlich auf Schreiben. Briefe, Tagebuch und vereinzelt auch Erzählungen schrieb ich über die Jahre. Das Schreiben fest im Blick reifte unter dem Druck einer schwierigen Lebenssituation zum festen Entschluss. Vor sieben Jahren holte ich zwei ältere aus der Schublade. Eine davon war schon 1984 geschrieben. Sie überarbeitete ich und ergänzte sie um drei neue Geschichten. Meine geheime Liebe zum Schreiben machte ich nun öffentlich mit meinem Erzählband „Manchmal ist das Leben dünn“ (2023). 

Wie kam ich zum Schreiben?

Es begann mit Erzählen

Ich war fünf Jahre alt, als ich mich von einem Jungen auf der Straße angewidert abgewandt hatte. Er hatte von mir und anderen Kindern in dem Spiel „Schule“ verlangt, obszöne Worte in den Mund zu nehmen. Er gab mir eine Ohrfeige. Drei Tage lief ich mit rotblauer Backe herum. Daraufhin mied ich die Straße und blieb zuhause in der Wohnung, wollte vorläufig nicht mehr nach draußen. Mit der Zeit wurde es mir zu langweilig. Außerdem liebte es mein sechs Jahre älterer Bruder, wenn wir allein in der Wohnung waren, mich zu piesacken. Also gab ich mein Domizil auf und ging wieder runter auf die Straße. Ich setzte mich in eine Fensternische des großen Wohnhauses, …

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